Samstag, 25. Oktober 2025

Weibliche AD(H)S - von Astrid Neuy-Lobkowicz

Informationen zum Buch 
Titel: Weibliche AD(H)S
Autor*in: Astrid Neuy-Lobkowicz
Paperbackausgabe
256 Seiten
18,00€ (D)
Erschienen am 27.03.2024
Empfohlen ab 14 Jahren
Ratgeber
Kösel Verlag
ISBN: 978-3-466-34811-4

Klappentext
Hier erfahren Frauen, wie sie mit AD(H)S stabil, erfolgreich und selbstbewusst leben können.

Die erfahrene Ärztin Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowicz erklärt, was eine weibliche AD(H)S auszeichnet und wie betroffene Frauen trotz ihrer oft späten Diagnose und häufiger Fehlbehandlungen ein gelingendes und erfülltes Beziehungs-, Familien- und Arbeitsleben führen, zur Ruhe finden und Erschöpfung vorbeugen können. Dieses Buch gibt Antworten auf die Fragen wie man mit weiblicher AD(H)S im Alltag gut leben kann, was es bedeutet, eine AD(H)S-Frau zu sein und wie man als solche zu mehr Stärke und Organisation findet.

Die Leserinnen lernen Wissenswertes über die neurologischen Besonderheiten von AD(H)S, auftretende Begleiterkrankungen, die Gefühlswelt von AD(H)S-Frauen – u.a. Selbstwertgefühl, Impulsivität, Stressbewältigung – sowie den neuesten Stand der leitliniengerechten Therapie und Medikation. Außerdem vermittelt die Autorin konkrete Tipps für den Alltag aus ihrer langjährigen Arbeit mit AD(H)S-Frauen. 

Meine Meinung
Da ich selber ADHS-Betroffene bin und die Autorin aus meiner Nähe kommt, war es für mich ein Muss, dieses Buch zu lesen. Leider konnte es mich jedoch nicht überzeugen, was ich wirklich schade fand.

In dem Buch „Weibliche AD(H)S behandelt das Thema rund um ADHS bei Frauen. Ich fand es schön, dass es wirklich nur um Frauen ging, denn die Symptomatik kann bei Frauen ja bekannterweise anders aussehen, als bei Männern. Trotzdem bleibt es ein Thema, das viel zu wenig ausgesprochen wird, wodurch eben die aktuellen hohen späteren Diagnosen führen.

Mir hat es gefallen, dass es Beispiele gab, in denen sich Betroffene mit Sicherheit wiedergefunden haben und wodurch nicht-Betroffene uns Menschen mit ADHS besser verstehen können. Die Beispiele empfand ich als sehr realitätsnah und nachvollziehbar. Allerdings muss ich sagen, dass die Lösungsansätze von Astrid Neuy-Lobkowicz oft mit medikamentöser Einstellung belächelt wurden. Das fand ich schade. Denn dadurch bekam man das Gefühl, man würde nur mit Medikamenten wieder „normal denken und handeln“ können. 

Den Schreibstil fand ich oftmals ziemlich schwer. Viele Fachbegriffe, die man so nicht kennt, wurden benutzt und nicht erklärt. Die Texte klangen oft wie Fachtexte aus dem Studium bzw. aus der Schule. Für mich war es auch nicht die informative Art, sondern es kam einfach nur belehrend herüber. 

Schade fand ich auch, dass die Autorin das Spektrum von ADHS verallgemeinerte. Dass sich ADHS bei jedem Menschen anders äußert, sollte jemandem, der darauf spezialisiert ist, bekannt sein. Immer wieder wurde erwähnt, was bei ADHS auftaucht, aber nie, dass es eben auch anders sein kann. Man wurde quasi mit allen ADHS-Betroffenen gleichgestellt.

Auch diskriminierende Aussagen kamen in dem Buch vor. Als es um die Nebenwirkungen von Medikamenten ging und die Autorin darauf aufmerksam machte, dass der Verlust von Appetit auftauchen könnte, betonte sie dabei, dass dies für Übergewichtige Personen ja eine begrüßenswerte Nebenwirkung sei. Das ist Diskriminierung und Bodyshaming zugleich und hat in einem Ratgeber heute nichts zu suchen!

Insgesamt kann ich das Buch „Weibliche AD(H)S nicht weiterempfehlen. Mir persönlich war es zu fachlich, belehrend und diskriminierend. Zudem wurde sehr auf medikamentöse Maßnahmen beharrt und man wurde mit anderen Betroffenen auf eine Stufe gestellt. Wirklich schade, dafür, dass man erfahrene Ärztin ist…

Meine Bewertung
⭐ 2/5


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